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Seniorenheim St. Stephanus
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Hamm-Heessen, 28. November 2011  

"Pflegeoase" für Menschen mit Demenz

Im Altenheim "Maria Rast" in Telgte wird derzeit eine 220 Quadratmeter große so genannte Pflegeoase gebaut. Es handelt sich dabei um einen "Mehrpersonenraum" in stationären Pflegeeinrichtungen, in dem bis zu acht Personen mit (schwerer) Demenz, die nicht sprachfähig und überwiegend bettlägerig sind, leben. Im Mittelpunkt steht die Sorge um die Lebensqualität der Menschen.

Der zugrundeliegende Gedanke besteht darin, dass man diesen Personenkreis zur verbesserten Lebensqualität wohl nur noch mit einer verstärkten Mitarbeiteranwesenheit dienen und so gegebenenfalls Lebensqualität steigern kann. Die üblicherweise getrennten Verrichtungen und Funktionen (Schlafen, Essen, Kommunizie-ren, Pflegen etc.) finden in einem Raum statt. Mitarbeiter des Pflegeteams sind ständig in diesem Raum anwesend. Alle Möbel (Tische, Schränke, etc.) sind mit Rollen versehen, so dass jederzeit Privatheit geschaffen werden kann oder aber Teilhabe am laufenden Alltag ermöglicht wird.

Das ganze Projekt ist vom zuständigen Landesministerium in Düsseldorf genehmigt, gefördert und mit der Warendorfer Heimaufsicht abgestimmt. Es wird wissenschaftlich begleitet und ausgewertet von der Universität Witten/ Herdecke.

Das befreundete Altenheim "Maria Rast" hat angefragt, ob wir Interesse haben, an dieser wissenschaftlichen Studie dazu als so genannte Vergleichseinrichtung teilzunehmen. Wir haben gerne zugesagt, da es wichtig ist, neue Konzepte in der Pflege auch solide zu untersuchen. Konkret möchten wir also bei acht Bewohnern unseres Hauses, für die die oben genannten Bedingungen zutreffen, intensiver "Wohlbefinden", "Unwohlsein", "Schmerzen", etc. einschätzen lernen nach einem festen Beobachtungs- und Dokumentationsschema. Dazu werden Mitarbeiter unseres Hauses geschult und weiter gebildet.

Wir werden in jedem Fall auch für uns aus diesem Projekt lernen, was wiederum allen Bewohnern und Mitarbeitern zu Gute kommen wird. Selbstverständlich werden die entsprechenden Bewohner/ Angehörigen/ Betreuer persönlich angefragt und umfassend informiert bevor sie um ihre Zustimmung gebeten werden.

Der Tagesablauf der betreffenden Bewohner bleibt unverändert - sie sind ja die Vergleichsgruppe - und sie werden auch nicht mit neuen, fremden Gesichtern konfrontiert. Ziel der Studie insgesamt ist es, herauszufinden, ob das Wohlbefinden dieses Bewohnerkreises sich in einer größeren Gemeinschaft verbessern lässt, oder ob die bisherige Praxis mehr Vorteile bietet.